Das australische Outback

Das Outback gehört zu den letzten Gebieten der Erde, die noch nahezu unberührt sind. Karge Steinwüsten, glitzernde Salzseen, endlose Sanddühnen, ausgedorrte Creeks mit mächtigen Eukaliptusbäumen und rotes Buschland mit Spinifex und Saltbushes prägen das Bild genauso wie Oasen mit Palmen und heißen Quellen. Tagsüber können die Temperaturen bis auf 50°C steigen und nachts bis an die Frostgrenze fallen. Niederschläge sind selten, doch wenn sie kommen, verwandeln sie das Land für kurze Zeit in einen Blütenteppich.
Auf dem großen, geteerten Highways ist die Fahrt durch das Outback ein sicheres Abenteuer und bei genügend Wasser- und Benzinvorrat problemlos mit Wohnmobil oder Pkw zu meistern. Man sollte mindestens 3 oder 4 Liter Wasser pro Person und Tag mitnehmen und auch sollte man unvorhergesehene Stopps einkalkulieren. Die vielen Offroad-Strecken verlangen eine gute Vorbereitung, Erfahrung und einen Geländewagen. Wer diese Schlagloch- und Schotterpisten mit einem Leihwagen befährt, der keinen Allradantrieb besitzt und nicht ausdrücklich im Vertrag auch offroad zugelassen ist, verliert den Versicherungsschutz. Beste Reisezeit sind die Monate April bis Oktober. Im australischen Herbst und Winter sind die Straßen trocken, die Luft deutlich kühler. Im Sommer können sintflutartige Regenfälle die Straßen und Pisten unpassierbar machen.

Berühmt ist vor allem der Birdsville Track. Die ehemalige Viehtreiberroute, auf der 2002 der “Great Australian Cattle Drive” wiederbelebt wurde, verbindet Birdsville in Queensland mit Marree in Südaustralien. Die 514 km lange Piste führt durch “Gibber”-Steinebenen und wellenförmigen Dünen ins Herz der Simpson Desert.
Als härteste und längste Piste Australiens gilt die Canning Stock Route, auch ein alter Herdenweg, der über 2000 km von Halls Creek in den Kimberleys durch die Great Sandy Desert nach Wiluna führt, gute 800 km nordöstlich von Perth. Auf der Strecke müssen mehr als 1000 Dünen überquert werden und je nach Reisezeit herrschen dort Temperaturen von über 45°C. 2005 fuhr Jakub Postrzygacz als erster Mensch die gesamte Strecke allein mit dem Fahrrad, in 33 Tagen.

Die Route 66 präsentiert in Queensland das Leben im Outback mal schrill, mal schräg, immer faszinierend und voller Farben. Das Abenteuer beginnt in der Rinderhauptstadt Rockhamton und führt vorbei an Dingo, wo sich im Juli die Meister im Wildhundfallen-Weitwurf treffen, und den Minen bei Emerald bis nach Barcaldine.
Die wichtigste Regel bei ernsthaften Pannen ist, das man sich nicht vom Auto entfernen sollte. Das Fahrzeug wird eher gefunden als eine einzelne Person. Die größte Gefahr ist die Müdigkeit, denn endlos lang ziehen sich die Straßen durch die Landschaft, die sich erst nach Stunden zu ändern scheint. Wer merkt, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, sollte eine Pause machen und dabei trotz aller Trockenheit lebende Natur entdecken.

Die zweit häufigste Unfallursache sind Tiere, die besonders nach Einbruch der Dämmerung die Fahrbahn kreuzen. Kängurus, Emus, Rinder und Schafe kann man entdecken aber oft werden sie zu spät erkannt. Wenn möglich sollten Nachtfahrten vermieden werden. Viele Mietwagenversicherungen übernehmen keine Kosten bei nächtlichen Wildunfällen. Eine riesige Staubwolke kündigt die dritte Gefahrenquelle an. Australiens Mega-Trucks. Deutsche Laster sind wahre Winzlinge gegen die berühmten Road Trains. Die 150-200 t schweren Trucks donnern mit Tempo 90 kreuz und quer über den Kontinent, halten nicht für Tiere, und auch sonst eher ungern. Könige der Landstraße sind die Triple Road Trains. Die Kolosse sind mit über 50 m so lang wie drei deutsche Sattelzüge und meist nur transkontinental unterwegs.